26. Mai 2020
   

 
 
Unsere erste wirklich große Überfahrt! Abenteuer pur für die Schnabls von der Idemo. Und der Wind immer von achtern.

 
 
Unsere erste wirklich große Überfahrt! Abenteuer pur für die Schnabls von der Idemo. Und der Wind immer von achtern.
  Atlantik   minimieren

geschafft, wir haben den atlantik in einem kleinen segelboot ueberquert. nur wir drei. ingrid, anna und robert. darauf sind wir jetzt einmal mächtig stolz.

wir liegen in le marin auf martinique, in einer total gechuetzten bucht und koennen nach 18 tagen wieder einmal so richtig ausschlafen. schlafen, ohne an den naechsten wachwechsel zu denken und ohne über die hueftknochen von einer seite auf die andere zu rutschen. immer noch etwas muede und ausgelaugt, geniessen wir den anblick gruener huegel und hunderter segelyachten hier in der bucht.

so richtig "angekommen" sind wir aber noch nicht – alles wirkt so irreal und gar nicht wirklich. es scheint, als muessten wir uns erst wieder an die zivilisation gewoehnen.

nach 18 tagen auf dem wasser und nichts als wellen und himmel um uns herum tauchte auf einmal auf dem horizont ein kleiner dunkler fleck auf (anna sah ihn zuerst!) und dann sprangen wir im cockpit herum: "land in sicht, land in sicht!" wir fuehlten uns wie columbus hoechstpersoenlich... dann dauerte es noch einen langen tag bis wir die palmen am strand mit freiem auge erkennen konnten.

als wir vor anker gingen, sauste auf einmal ein dinghi heran und drinnen die crew der "family spirit", unsere lieben freunde andrea und karl aus graz, die schon im dezember ueber den atlantik gegangen sind. na das war vielleicht ein wiedersehen!

was macht man 18 tage lang auf dem wasser? irgendwie wissen wir das jetzt auch nicht mehr so genau! wache gehen, kochen, lesen, spielen, schlafen, funken, boot putzen, navigieren, wellen beobachten, nach walen ausschau halten (annas lieblingsbeschaeftigung, aber immer nur fuer 3 minuten), fischen und dann den fisch schlachten und ausnehmen (roberts job!) usw. langweilig war uns nie und auch die muedigkeit hielt sich in grenzen.

einer von uns beiden war ja immer auf, obwohl wir 17 tage lang kein einziges schiff sahen.

nervig war nur die flaute, die uns ab dem 9. tag heimsuchte und fuer weitere 9 tage anhielt. nachdem wir eine woche lang nur so dahin rauschten und 1000 seemeilen gemacht hatten, schwaechte der wind am 8. tag ab, um dann zeitweise ganz einzuschlafen. manchmal trieben wir einfach nur so dahin und der atlantik sah aus wie der neusiedlersee, nur blauer. man konnte ausgezeichnet schlafen, kochen, nichts flog durch die gegend, aber wir kamen halt auch nicht weiter. so hats halt 18 tage gedauert. nicht die schnellste ueberfahrt, aber dafuer sehr bequem und mit nur einer panne, die uns unsere motorwelle am 9. tag bereitete:

da wir bereits seit dem mittelmeer mit diesem teil probleme haben, massen wir den klopfgeräuschen, die etwas lauter geworden waren keine allzugrosse bedeutung mehr zu. leider blieb es dabei aber nicht und die welle, die das getriebe mit dem propeller (der natürlich im wasser ist) verbindet, riss sich los und wäre beinahe 6000 m auf den meeresboden hinabgeschwebt und damit ein faustgrosses loch in der idemo hinterlassen, durch das hunderte liter wasser haetten hereinstroemen koennen. davor rettete uns die bauart unseres braven schiffchens, denn wir haben einen ruderskeg an dem die welle hängen blieb und so hatten wir "nur" das problem, dass es keine verbindung mehr zwischen motor und propeller gab.  auf dem atlantik war das kein poblem, denn wir sind ja ein segelboot und so sind wir die restlichen 1000 seemeilen wirklich nur gesegelt und in den flauten dahingeduempelt bis eben wieder wind kam.

robert konnte die welle wieder provisorisch an den motor anflanschen und wir haetten auch damit fahren koennen, aber das wollten wir uns fuer den landfall aufheben, falls die sache nach ein paar meilen wieder rausfliegt. hat aber alles wunderbar geklappt und wir konnten die letzten meilen ohne probleme an unseren ankerplatz motoren.

in dieser situation war es sehr beruhigend, dass wir mit anderen schiffen und funkern an land ueber grenzwelle in staendigem kontakt waren. es half einfach mit anderen darueber zu reden und wir fuehlten uns nicht so allein auf dem grossen wasser. ausserdem gaben wir taeglich unsere position durch und erhielten eine menge tips und infos.

beim fischen hatten wir grosse erfolge. 5 doraden gingen an die angel und bereicherten unseren speiseplan mit frischkost und proteinen. annas neue lieblingsspeise heisst jetzt "mahi-mahi mit kartoffeln" (in der karibik heisst die dorade "mahi-mahi").

nach dem 5. mal "mahi-mahi mit kartoffeln" und einmal "mahi-mahi mit reis" waren 1. die kartoffeln aus und 2. der appetit der erwachsenen crewmitglieder auf "mahi-mahi" gaenzlich erschoepft. anna haette es wohl nichts ausgemacht weitere 5 mal das selbe zu essen, aber wir waren ganz froh, dass dann nichts mehr anbiss und vergassen rein zufaellig auf das angelauswerfen am morgen.
die naechte waren wunderschoen. ein sternenuebersaeter himmel, wie wir ihn noch nie gesehen hatten einige der sterne spiegelten sich sogar im wasser. gegen ende der reise hatten wir einen dreiviertelmond und das war gemeinsam mit dem glitzernden plankton in idemos kielwasser fast schon kitschig.

eines nachts ging robert an deck und jemand klopfte ihm auf die schulter, was ja nicht sein konnte, denn die uebrige crew lag ja in den kojen. er ist furchtbar erschrocken und dachte im ersten moment an einen blinden passagier von den kapverden. weit gefehlt, es war ein fliegender fisch auf der flucht vor einem raubfisch – sozusagen vom regen in die traufe gekommen. ein paar naechte spaeter flog ingrid einer an den kopf.  jeden morgen hatten wir etliche fliegende fische an deck in allen groessen und man sieht sie auch staendig zwischen den wellen dahinsegeln.  delphine und wale sahen wir leider keine. nur einmal konnte robert weit weg den blas eines wals ausmachen, aber das war´s dann auch schon.

von den kapverden bis nach martinique segelte idemo immer auf dem selben bug und nachdem wir nach einer woche das erste reff herausgenommen hatten, aenderten wir am grosssegel ueberhaupt nichts mehr. tagsueber segelten wir den blister und nachts die genua, aber manchmal war selbst fuer den blister zu wenig wind und er fiel wegen des wellengangs immer wieder ein.

alles in allem ist uns unsere atlantikueberquerung gar nicht schwierig vorgekommen, aber es kann natuerlich auch anders gehen. wir hatten bis auf die flaute glueck mit dem wetter, keine sturmboen, gewitter oder aehnliches.

jetzt schauen wir uns einmal martinique an und segeln dann weiter von insel zu insel in den sueden richtung venezuela, wo wir die hurrican-saison (juni – nov.) verbringen wollen.

es geht uns praechtig und wir sind auf dem besten weg uns das karibik-feeling einzuverleiben. die palmen ringsum, das wetter, die musik und nicht zuletzt planters punch und kokosnuss helfen uns gehoerig dabei.

viele liebe gruesse von

der idemo-crew

anna, ingrid und robert

 

Wer weiter lesen will:  Martinique-Bequie 

 

 

 

geschafft, wir haben den atlantik in einem kleinen segelboot ueberquert. nur wir drei. ingrid, anna und robert. darauf sind wir jetzt einmal mächtig stolz.

wir liegen in le marin auf martinique, in einer total gechuetzten bucht und koennen nach 18 tagen wieder einmal so richtig ausschlafen. schlafen, ohne an den naechsten wachwechsel zu denken und ohne über die hueftknochen von einer seite auf die andere zu rutschen. immer noch etwas muede und ausgelaugt, geniessen wir den anblick gruener huegel und hunderter segelyachten hier in der bucht.

so richtig "angekommen" sind wir aber noch nicht – alles wirkt so irreal und gar nicht wirklich. es scheint, als muessten wir uns erst wieder an die zivilisation gewoehnen.

nach 18 tagen auf dem wasser und nichts als wellen und himmel um uns herum tauchte auf einmal auf dem horizont ein kleiner dunkler fleck auf (anna sah ihn zuerst!) und dann sprangen wir im cockpit herum: "land in sicht, land in sicht!" wir fuehlten uns wie columbus hoechstpersoenlich... dann dauerte es noch einen langen tag bis wir die palmen am strand mit freiem auge erkennen konnten.

als wir vor anker gingen, sauste auf einmal ein dinghi heran und drinnen die crew der "family spirit", unsere lieben freunde andrea und karl aus graz, die schon im dezember ueber den atlantik gegangen sind. na das war vielleicht ein wiedersehen!

was macht man 18 tage lang auf dem wasser? irgendwie wissen wir das jetzt auch nicht mehr so genau! wache gehen, kochen, lesen, spielen, schlafen, funken, boot putzen, navigieren, wellen beobachten, nach walen ausschau halten (annas lieblingsbeschaeftigung, aber immer nur fuer 3 minuten), fischen und dann den fisch schlachten und ausnehmen (roberts job!) usw. langweilig war uns nie und auch die muedigkeit hielt sich in grenzen.

einer von uns beiden war ja immer auf, obwohl wir 17 tage lang kein einziges schiff sahen.

nervig war nur die flaute, die uns ab dem 9. tag heimsuchte und fuer weitere 9 tage anhielt. nachdem wir eine woche lang nur so dahin rauschten und 1000 seemeilen gemacht hatten, schwaechte der wind am 8. tag ab, um dann zeitweise ganz einzuschlafen. manchmal trieben wir einfach nur so dahin und der atlantik sah aus wie der neusiedlersee, nur blauer. man konnte ausgezeichnet schlafen, kochen, nichts flog durch die gegend, aber wir kamen halt auch nicht weiter. so hats halt 18 tage gedauert. nicht die schnellste ueberfahrt, aber dafuer sehr bequem und mit nur einer panne, die uns unsere motorwelle am 9. tag bereitete:

da wir bereits seit dem mittelmeer mit diesem teil probleme haben, massen wir den klopfgeräuschen, die etwas lauter geworden waren keine allzugrosse bedeutung mehr zu. leider blieb es dabei aber nicht und die welle, die das getriebe mit dem propeller (der natürlich im wasser ist) verbindet, riss sich los und wäre beinahe 6000 m auf den meeresboden hinabgeschwebt und damit ein faustgrosses loch in der idemo hinterlassen, durch das hunderte liter wasser haetten hereinstroemen koennen. davor rettete uns die bauart unseres braven schiffchens, denn wir haben einen ruderskeg an dem die welle hängen blieb und so hatten wir "nur" das problem, dass es keine verbindung mehr zwischen motor und propeller gab.  auf dem atlantik war das kein poblem, denn wir sind ja ein segelboot und so sind wir die restlichen 1000 seemeilen wirklich nur gesegelt und in den flauten dahingeduempelt bis eben wieder wind kam.

robert konnte die welle wieder provisorisch an den motor anflanschen und wir haetten auch damit fahren koennen, aber das wollten wir uns fuer den landfall aufheben, falls die sache nach ein paar meilen wieder rausfliegt. hat aber alles wunderbar geklappt und wir konnten die letzten meilen ohne probleme an unseren ankerplatz motoren.

in dieser situation war es sehr beruhigend, dass wir mit anderen schiffen und funkern an land ueber grenzwelle in staendigem kontakt waren. es half einfach mit anderen darueber zu reden und wir fuehlten uns nicht so allein auf dem grossen wasser. ausserdem gaben wir taeglich unsere position durch und erhielten eine menge tips und infos.

beim fischen hatten wir grosse erfolge. 5 doraden gingen an die angel und bereicherten unseren speiseplan mit frischkost und proteinen. annas neue lieblingsspeise heisst jetzt "mahi-mahi mit kartoffeln" (in der karibik heisst die dorade "mahi-mahi").

nach dem 5. mal "mahi-mahi mit kartoffeln" und einmal "mahi-mahi mit reis" waren 1. die kartoffeln aus und 2. der appetit der erwachsenen crewmitglieder auf "mahi-mahi" gaenzlich erschoepft. anna haette es wohl nichts ausgemacht weitere 5 mal das selbe zu essen, aber wir waren ganz froh, dass dann nichts mehr anbiss und vergassen rein zufaellig auf das angelauswerfen am morgen.
die naechte waren wunderschoen. ein sternenuebersaeter himmel, wie wir ihn noch nie gesehen hatten einige der sterne spiegelten sich sogar im wasser. gegen ende der reise hatten wir einen dreiviertelmond und das war gemeinsam mit dem glitzernden plankton in idemos kielwasser fast schon kitschig.

eines nachts ging robert an deck und jemand klopfte ihm auf die schulter, was ja nicht sein konnte, denn die uebrige crew lag ja in den kojen. er ist furchtbar erschrocken und dachte im ersten moment an einen blinden passagier von den kapverden. weit gefehlt, es war ein fliegender fisch auf der flucht vor einem raubfisch – sozusagen vom regen in die traufe gekommen. ein paar naechte spaeter flog ingrid einer an den kopf.  jeden morgen hatten wir etliche fliegende fische an deck in allen groessen und man sieht sie auch staendig zwischen den wellen dahinsegeln.  delphine und wale sahen wir leider keine. nur einmal konnte robert weit weg den blas eines wals ausmachen, aber das war´s dann auch schon.

von den kapverden bis nach martinique segelte idemo immer auf dem selben bug und nachdem wir nach einer woche das erste reff herausgenommen hatten, aenderten wir am grosssegel ueberhaupt nichts mehr. tagsueber segelten wir den blister und nachts die genua, aber manchmal war selbst fuer den blister zu wenig wind und er fiel wegen des wellengangs immer wieder ein.

alles in allem ist uns unsere atlantikueberquerung gar nicht schwierig vorgekommen, aber es kann natuerlich auch anders gehen. wir hatten bis auf die flaute glueck mit dem wetter, keine sturmboen, gewitter oder aehnliches.

jetzt schauen wir uns einmal martinique an und segeln dann weiter von insel zu insel in den sueden richtung venezuela, wo wir die hurrican-saison (juni – nov.) verbringen wollen.

es geht uns praechtig und wir sind auf dem besten weg uns das karibik-feeling einzuverleiben. die palmen ringsum, das wetter, die musik und nicht zuletzt planters punch und kokosnuss helfen uns gehoerig dabei.

viele liebe gruesse von

der idemo-crew

anna, ingrid und robert

 

Wer weiter lesen will:  Martinique-Bequie 

 

 

 

 
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